Parlamentarische Enquete zeigt breite Forderung nach Ethikunterricht

Zweiter Nationalratspräsident Fritz Neugebauer.

Die Wortmeldungen der zahlreichen Expertinnen und Experten bei der parlamentarischen Enquete zum Thema "Werteerziehung durch Religions- und Ethikunterricht in einer offenen, pluralistischen Gesellschaft" zeigten "deutlich, in welcher Breite die Forderung, für alle Schülerinnen und Schüler, die an keinem konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen, Ethikunterricht verpflichtend vorzusehen, in unserer Gesellschaft getragen ist", sagte heute, Mittwoch, der Zweite Präsident des Nationalrates, Fritz Neugebauer.

Dem "klaren Auftrag der Bundesverfassung an unsere Schulen, ihren Schülerinnen und Schülern eine Orientierung an religiösen und moralischen Werten zu ermöglichen, muss Rechnung getragen werden", formulierte Neugebauer. Dazu sei es notwendig, dass auch für Jugendliche, die an keinem konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen, im Rahmen des Unterrichts die Möglichkeit geboten werden müsse, sich mit Fragen der Ethik und Spiritualität auseinanderzusetzen. "Dies bietet im Sinne der Zusammenarbeit verschiedener Kulturen auch eine große Chance, den Austausch zu pflegen und Integration zu leben."

Erfolgreiche Schulversuche liefen an beinahe 200 Schulen bereits seit dem Schuljahr 1997/98, auch eine erfolgreiche Evaluierung im Auftrag des BMUKK liege vor - "nun ist die Zeit gekommen, das Thema einer Umsetzung zuzuführen", betonte der Zweite Nationalratspräsident.

Gerade der Ethikunterricht sei schließlich ein Beispiel, "wie Reformen im Schulbereich durchgeführt werden sollten: Vom Engagement zahlreicher Beteiligter initiiert und getragen, gut vorbereitet und wissenschaftlich evaluiert", so Neugebauer.