BVA entlastet Familien

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Nachdem bereits in den vergangenen Jahren spürbare Entlastungsmaßnahmen für Familien vorgenommen werden konnten, bringt die Beschlussfassung der letzten Generalversammlung der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter vor dem Sommer eine weitere Verbesserung: Alle anspruchsberechtigten Kinder und Enkel sind seit dem 1. Juli 2012 vom Behandlungsbeitrag ausgenommen.

"Bereits im Juli 2006 konnten Kinder bis zum 15. Lebensjahr, im Oktober 2009 schließlich bis zum 18. Lebensjahr von der Leistung von 20 Prozent der tarifmäßigen Kosten ausgenommen werden", erläutert der Generaldirektor der BVA, Dr. Gerhard Vogel. Dass der nunmehrige weitere Schritt möglich geworden sei, "liegt auch daran, dass die BVA als sorgsam wirtschaftender Sozialversicherungsträger in den vergangenen Jahren entsprechend vorgesorgt hat", führt der Präsident der BVA, GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer, näher aus.

Konkret betrifft die Befreiung vom Behandlungsbeitrag (ausgenommen sind lediglich kieferorthopädische Behandlungen) mehr als 215.000 Schülerinnen, Schüler, Studentinnen und Studenten sowie in Berufsausbildung befindliche Kinder.

Die Anspruchsvoraussetzungen im Einzelnen:

Schul- oder Berufsausbildung. Wenn die Arbeitskraft des Kindes bzw. Enkelkindes durch schul- oder berufsmäßige Ausbildung überwiegend beansprucht wird, ist die beitragsfreie Mitversicherung längstens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres möglich. Die Anspruchsberechtigung von Studierenden nach dem B-KUVG über das 18. Lebensjahr hinaus ist dabei primär an den Bezug der Familienbeihilfe gekoppelt. Als Nachweis bei der BVA genügt daher die diesbezügliche Bestätigung des Finanzamtes. Besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe (dies ist jedenfalls ab dem 25. Lebensjahr der Fall), sollte einerseits eine Kopie des Zeugnisses der ersten Diplomprüfung bzw. des ersten Rigorosums und andererseits die Fortsetzungsbestätigung eingereicht werden. Ein etwaiger Leistungsnachweis ist ab dem zweiten Studienabschnitt nicht mehr erforderlich. Für Studierende an einer Fachhochschule gilt ebenfalls die Inskriptionsbetätigung als Nachweis. Jugendliche, die an einem Programm der Europäischen Gemeinschaften zur Förderung der Mobilität junger Menschen teilnehmen, können ebenfalls bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres bei der BVA anspruchsberechtigt bleiben, wenn sie Unterlagen vorlegen, die die Teilnahme und die Dauer des Programmes bestätigen.

Krankheit oder Gebrechen. Für Kinder, die nach Vollendung des 18. Lebensjahres bzw. unmittelbar im Anschluss an eine Schul- oder Berufsausbildung erwerbsunfähig sind, ist eine weitere Mitversicherung, grundsätzlich ohne Altersbeschränkung, möglich.

Erwerbslosigkeit. Kinder, die nach Vollendung des 18. Lebensjahres bzw. unmittelbar im Anschluss an eine Schul- oder Berufsausbildung erwerbslos sind, können aus diesem Titel für längstens 24 Monate weiter mitversichert bleiben. Aber Achtung: Studierende, die das 27. Lebensjahr bereits vollendet haben, gelten nicht als erwerbslos - eine Mitversicherung bei der BVA bei einem Elternteil ist daher nicht mehr möglich. In diesem Fall empfiehlt es sich, eine freiwillige Versicherung bei der örtlich zuständigen Gebietskrankenkasse abzuschließen.

Kein Behandlungsbeitrag auch bei Waisenpensionen

Im Zuge der Satzungsänderung sind ab 1. Juli 2012 auch die aufgrund des Bezugs einer Waisenpension oder eines Waisenversorgungsgenusses versicherten Personen von der Leistung des Behandlungsbeitrages befreit.

Den vollständigen Wortlaut der Satzungsänderung können Sie der Amtlichen Verlautbarung im Internet entnehmen (siehe Verlautbarung Nr. 41/2012 auf www.avsv.at).