Ein Polterer als Zweiter Präsident

26.11.2008 | "Wiener Zeitung"

II. Nationalratspräsident Fritz Neugebauer.
Bild: ÖVP-Klub - Bettina Mayr-Siegl

Er ist seit 1997 Vorsitzender der mächtigen Beamtengewerkschaft GÖD, seit 2003 Obmann des ÖAAB, seit 2002 im Nationalrat und löst nun Michael Spindelegger als Zweiter Nationalratspräsident ab. Fritz Neugebauer (64) wurde Dienstag Abend vom ÖVP-Klub für dieses Amt designiert. Als Zweiter Präsident steht der mächtige Beamtenlobbyist weniger politisch im Rampenlicht, sondern hat vorwiegend Repräsentationszwecke zu erfüllen. Am 3. Dezember, wenn sich die Regierung dem Nationalrat, vorstellt, wird seine Wahl erfolgen.

An Neugebauer haben sich in Beamtengehaltsverhandlungen Freund und Feind schon die Zähne ausgebissen. Er ist einer der gefürchtetsten Verhandler. In der Öffentlichkeit gibt er sich beinhart und manchmal polternd, in der Sache ist er aber pragmatisch. Man erinnere sich an Neugebauers Feldzug gegen die Pensionsreform von Wolfgang Schüssel, als er - damals noch Vizepräsident des ÖGB - an der Seite von Fritz Verzetnitsch den Demonstrationszug angeführt hat, um dann im Nationalrat doch dafür zu stimmen. Aber erst, nachdem für seine Beamten Abmilderungen vorgenommen wurden.

Der gelernte Lehrer war zuletzt Bildungssprecher der ÖVP und hat sich als solcher vor allem mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied angelegt. Die Neue Mittelschule ist seine Sache nicht - da gilt er als ÖVP-Hardliner.