"In der Schule müssen die Schüler die Sieger sein und das Schulwesen insgesamt."

23.04.2009 | "Kurier"

Neugebauer im Interview mit dem "Kurier".

KURIER: Fühlen Sie sich als Sieger im Lehrer-Streit?

Fritz Neugebauer: Da gibt es keine Sieger und Besiegte. In der Schule müssen die Schüler die Sieger sein und das Schulwesen insgesamt.

KURIER: Die Schüler fühlen sich wegen der Streichung der Schulautonomen Tage aber nicht gerade als Sieger.

Ich würde einmal sagen, mehr Unterricht, mehr Zuwendung als Vorschlag von den Lehrern kann ja in Wahrheit nicht das Schlechteste sein.

KURIER: Aber die Lehrer haben schon auch gewonnen.

Wir haben in einem großen Solidarisierungseffekt verhindert, dass 10.000 überwiegend junge Kolleginnen arbeitslos werden.

KURIER: Sie sagen, dass die Lehrer frustriert sind. Warum das?

Die Zuwendung der Resssortleitung ist schon in der letzten Zeit nicht im wünschenswerten Ausmaß erfolgt. Seit diese Geschichte überfallsartig kam, gibt es immer wieder solche Botschaften, wonach nur die Lehrer, die sich mit der Ministerin verbünden gute Lehrer seien, alle anderen seien schlechte Lehrer. Die Betriebspsychologie ist nicht wirklich gut.

KURIER: Ein Gewinner ist ihre Gewerkschaft mit neuen Mitgliedern.

Das ist ja klar, wenn ein derartiger Druck aufgebaut wird.

KURIER: Ist die Beamtengewerkschaft gestärkt?

Wir waren immer stark. Wir haben einen Mitgliederstand, da können sich andere Industrieländer nur etwas abschauen.

KURIER: Auch andere Ressorts sind vom Sparbudget betroffen. Werden sie für die anderen Beamten genauso kämpfen, wie für die Lehrer?

Das ist keine Frage. Aber es gibt einen Unterschied: Bei den Lehrern ging es darum, dass viele Mitarbeiterinnen hinausgeschmissen werden. In anderen Ressorts soll es zu keinen Nachbesetzungen kommen. Da sind wir natürlich auch gefordert.